
Karl Der Große Krönung Inhaltsverzeichnis
Der Frankenkönig. infinityfishing.eu › die-kaiserkrönung-karls-des-großendezember Politischer Höhepunkt seines Lebens war die Kaiserkrönung durch Papst Leo III. zu Weihnachten des Jahres Sie schuf. Karl der Große Geheimnis eines Weihnachtstages. Karls Beziehungen zum Papst und seine Krönung in Rom geben Historikern zahlreiche. Karl war der erste abendländische Kaiser des Mittelalters. Herkunft; Kriege; Kaiserkrönung; Innenpolitische Reformen; Kulturelle Blüte; Karls Tod und das Ende. Fügt doch ein anderer Augenzeuge der Krönung, der Kaiserbiograf Einhard, die überraschende Bemerkung hinzu, Karl sei der neue Titel „so. „Die Kaiserkrönung Karls des Großen n. Chr.“ von Friedrich Kaulbach. Page 2. Die Krönung des Frankenkönigs Karl zum Imperator.

Zitiert nach: Reichsannalen , , , , übersetzt von R. Rau, in: W. Lautemann, M. Schlenke Hg. Anonyme Biografie von Heinrich IV. Brief Heinrichs IV.
Der Autor Dieser Beitrag wurde am 6. April verfasst von Fabio Schwabe, Mettmann. Die aktuelle Version stammt vom 1. Im Zuge der Kontakte Karls zu den weiterhin unabhängigen langobardischen Fürstentümern Süditaliens wurde ein lockerer Kontakt zu den muslimischen Aghlabiden im heutigen Tunesien aufgenommen.
Die Beziehungen des Frankenreichs zu Byzanz waren intensiv, wenngleich das Verhältnis seit der Kaiserkrönung Karls im Jahr mehrere Jahre schwer belastet war, denn nun ergab sich das sogenannte Zweikaiserproblem : Beide Seiten beanspruchten, in der Nachfolge der römischen Kaiser zu stehen, und erhoben einen damit verbundenen universalen Geltungsanspruch.
Der Konflikt verschärfte sich noch, als Karl die von Byzanz beanspruchten Regionen Dalmatien und Venetien seinem Machtbereich einverleibte.
Es kam zu begrenzten Kampfhandlungen, beide Seiten waren aber im Grundsatz an einem Ausgleich interessiert: Karl war noch immer an den Grenzen gebunden, während die Byzantiner im Westen von Bulgaren und im Osten vom Kalifat bedroht wurden.
Bereits im Jahr hatte Karl einen Brief nach Konstantinopel gesandt, doch wurde Nikephoros kurz darauf getötet.
An ihn schickte Karl einen neuen Brief, in dem er ihn als seinen ehrwürdigen Bruder anredete. Der Hof war das Zentrum des herrschaftlichen Handelns.
Die Anzahl der jeweiligen Aufenthalte variiert stark und reicht von einem einzigen wenngleich wichtigen Aufenthalt in Frankfurt am Main bis zu 26 Aufenthalten in Aachen.
Im Verwaltungsbereich am Hof spielte die Hofkapelle , welcher der capellanus vorstand, eine wichtige Rolle.
Hinzu kamen der Kanzler und die Notare. Der Hof war nicht nur politischer Mittelpunkt, sondern auch ein wichtiges kulturelles Zentrum.
Hinzu kam eine Reihe anderer Gebildeter wie Einhard. Nach dem Tod Karls verfasste er seine berühmte Biographie des Kaisers, die an antiken Vorbildern orientiert war.
Petrus von Pisa war ein lateinischer Grammatiker, der ebenfalls an den Karlshof berufen wurde und Karl Lateinunterricht erteilte.
Der langobardische Gelehrte Paulus Diaconus hatte in Italien im Königsdienst gestanden und war an den Hof Karls gekommen, wo er vier Jahre blieb und wirkte.
Der Patriarch Paulinus II. Er verfasste für Karl die Libri Carolini. Aus Irland stammten die Gelehrten Dungal und Dicuil , die sich mit naturwissenschaftlichen Studien beschäftigten.
Karl konnte sich bei seinen kulturellen Bestrebungen noch auf weitere Personen in seinem Umfeld stützen, darunter Arn von Salzburg , Angilbert , die mit dem Herrscher verwandten Brüder Adalhard und Wala sowie seine Schwester Gisela gestorben , seit Äbtissin von Chelles.
Der Hof und die Hofschule gaben Impulse für eine kulturelle Erneuerung, wobei auch die karolingische Kirche als zentraler Kulturträger reformiert wurde.
Die Verwaltung im Reich lag nun wie bereits teils in merowingischer Zeit vor allem in den Händen der Grafen. Diese fungierten nicht nur als Heerführer, sondern im Rahmen der sogenannten Grafschaftsverfassung auch als königliche Amtsträger bei der Ausübung der Regalien.
Besondere Bedeutung erlangten die Markgrafen : In ihrem Amt bündelten sich verschiedene Kompetenzen in den neuen Grenzmarken , wo sie über weitreichende Sonderrechte verfügten.
Die Übertragung von Ämtern und Gütern an ausgesuchte Adelsfamilien sicherte deren Loyalität und begründete eine neue Reichsaristokratie, die an der Königsherrschaft partizipierte; es handelte sich damit in der Zeit Karls noch nicht um vererbbare, sondern verliehene Ämter.
Das Karolingerreich war ein Vielvölkerreich, über das die Franken nicht alleine herrschten, sondern in das auch andere ethnische Gruppen eingebunden waren.
Einer effektiveren Herrschaftsdurchdringung sollten die sogenannten Königsboten missi dominici dienen. Diese wurden paarweise entsandt, je ein weltlicher und ein geistlicher Bote in der Regel ein Graf und ein Bischof , um Anweisungen und Erlasse durchzusetzen und Abgaben einzutreiben, aber auch zur Demonstration der königlichen Herrschaftspräsenz und zur Kontrolle vor Ort.
Sie konnten in einem zugeteilten Bezirk wenn nötig die unmittelbare Herrschaftsgewalt ausüben und Urteile fällen. Der Eid wurde erneut eingefordert.
Grundlage einer effektiven Verwaltung war neben der herrschaftlichen Infrastruktur die Schriftlichkeit. Die frühen Merowingerkönige hatten in ihrer Kanzlei zunächst hauptsächlich schriftkundige Laien beschäftigt, [] in der Folgezeit wurden aber Schreib- und Lesekenntnisse nur noch Geistlichen vermittelt.
Die Schriftkenntnisse im Frankenreich waren seit dem 7. Jahrhundert rückläufig, das Latein verwilderte zunehmend.
Die sogenannte Bildungsreform Karls diente denn auch nicht nur einer kulturellen Neubelebung, sondern war auch ein wichtiger Baustein zur Sicherstellung einer effizienten Herrschaftspraxis.
Karls Reformen zielten auf eine umfassende Neuordnung im kirchlichen, kulturellen und herrschaftlichen Bereich ab.
Ein wichtiges Instrument der Königsherrschaft war die Gesetzgebung, von der Karl ausgiebig Gebrauch machte. Damit wollte er offenbar eine reibungslose Versorgung des Königshofs sicherstellen.
In 82 Kapiteln wurde auf die kirchliche Neuordnung, Belebung des Wissens und Bekämpfung von Häresie und Aberglauben eingegangen und allgemein auf eine bessere Lebensführung der Untertanen hingewirkt.
Das gesamte Leben im Reich sollte sich an dem Programm der Admonitio generalis orientieren, die Durchführung wurde den missi übertragen.
Karl erzielte damit allerdings keinen vollen Erfolg. Eine herausragende Rolle bei der Neuordnung und Festigung im Innern spielte die Kirche, die über eine zusätzliche, sich über das gesamte Reich erstreckende Infrastruktur verfügte.
Karl forcierte diesen Prozess aber zusätzlich durch den massiven Ausbau der klerikalen Infrastruktur. So wurden zahlreiche neue Klöster gegründet und Bistümer eingerichtet, wobei sich Karl das Recht vorbehielt, die Bischöfe selbst zu ernennen.
Karl verstand sich nicht nur als Förderer der Kirche, sondern durchaus auch als Herr des Reichsepiskopats. Glaube und Politik waren im Mittelalter oft eng verzahnt.
Hinzu kam, dass der kirchlichen Lehrmeinung zufolge eine Person erst im Glauben unterwiesen werden musste, bevor sie sich freiwillig dazu bekannte.
Zentrum der karolingischen Kirchenpolitik war seit Ende des 8. Jahrhunderts Aachen, wenngleich sich dort kein Bischofssitz befand.
Karls Sohn und Nachfolger Ludwig der Fromme knüpfte an diese Tradition an und hielt weitere Synoden in Aachen ab, [] bevor die karolingische Zentralgewalt in den Nachfolgekämpfen zerbrach.
Die seit der Königszeit Pippins praktizierte Kooperation mit dem Papsttum wurde fortgesetzt, von der beide Seiten stark profitierten. Demnach ist hier Karl ebenfalls dem Papst entgegengekommen, doch auch Pippin hat den Papst eine Wegstunde von der Pfalz in Ponthion entfernt feierlich empfangen und sich vor ihm sogar zu Boden geworfen.
Die grundsätzliche Frage, wie das Verhältnis zwischen dem fränkischen König und dem Papst ausgestaltet war, gewann nach der Kaiserkrönung zu Weihnachten , auf die Karl selbst hingearbeitet hatte, neue Aktualität.
Allerdings gewann das Papsttum schon kurz nach Karls Tod neuen Handlungsspielraum. Jahrhundert verfiel und das Papsttum in der Folgezeit von stadtrömischen Kreisen und dann bis ins frühe Jahrhundert oft von starken Kaisern dominiert wurde.
Im Frankenreich war die lateinische Sprache im 7. Auch die kirchlichen Bildungseinrichtungen verfielen. Griechischkenntnisse waren im Westen kaum noch vorhanden, aber auch korrektes Latein musste von Romanen neu erlernt werden.
Diese neue Aufschwungphase wird oft als karolingische Renaissance bezeichnet. Für die Karolingerzeit spricht man aus diesem Grund heute eher von der karolingischen Bildungsreform.
Jahrhundert zeigt. Angelsachsen wie der gebildete Alkuin spielten denn auch im Gelehrtenzirkel der sogenannten Hofschule eine Rolle.
Karl selbst war keineswegs ungebildet und interessierte sich sehr für Kultur. Der Schlüsselbegriff dafür lautete correctio.
Das vorhandene Bildungsgut sollte systematisch gesammelt, gepflegt und verbreitet werden. Dazu diente auch die Einrichtung einer stetig erweiterten Hofbibliothek.
In der berühmten Admonitio generalis aus dem Jahr wird auch das Bildungsprogramm explizit angesprochen. Die Klöster wurden unter anderem ermahnt, Schulen einzurichten, auf die Bildung der Priester und auf die korrekte Wiedergabe der Texte beim Kopieren zu achten; Korrekturbedürftiges sei zu korrigieren.
Dies ist ein zentraler Gedanke der Reform: Eindeutigkeit des geschriebenen und gesprochenen Wortes seien für eine wirksame Gottesverehrung unerlässlich.
Die lateinische Schriftsprache wurde bereinigt und verbessert. Als neue Schriftart setzte sich die karolingische Minuskel durch, die als Schreibschrift gut geeignet war.
Im kirchlichen Bereich wurde unter anderem die Liturgie überarbeitet , Homiliensammlungen wurden erstellt, und die Beachtung der kirchlichen Regeln wurde eingefordert.
Auch im administrativen Bereich kam es zu Änderungen. Ältere Schriften wurden durchgesehen und korrigiert, Kopien erstellt und verbreitet.
Die Hofschule wurde zum Lehrzentrum, was auf das gesamte Frankenreich ausstrahlte. Mehrere Klöster wurden neu gegründet oder erlebten einen erheblichen Aufschwung, so unter anderem St.
Gallen , Reichenau , St. Emmeram , Mondsee und Fulda. Sie waren Hauptträger der Bildungsreform und wurden deshalb vielfach erweitert.
So kam neben dem Königshof mehreren Klöstern und Bischofssitzen eine zentrale Rolle bei der Bildungsreform zu. Die Bildungsreform sorgte für eine deutliche Stärkung des geistigen Lebens im Frankenreich.
Die literarische Produktion stieg nach dem starken Rückgang seit dem 7. Jahrhundert spürbar an, auch Kunst und Architektur profitierten davon.
Noch erhaltene antike lateinische Texte sowohl von paganen als auch von christlichen Verfassern wurden nun wieder zunehmend herangezogen, gelesen, verstanden und vor allem kopiert, wobei der Aufwand für die Buchproduktion nicht unerheblich war.
Von der Hofbibliothek aus wurden seltene Texte den Kathedral- und Klosterbibliotheken zur Abschrift zur Verfügung gestellt.
Buchbestände wurden gesichtet und schriftlich in Katalogen erfasst, neue Bibliotheken eingerichtet. Die Kopiertätigkeit schärfte gleichzeitig die Lateinkenntnisse, so dass es auch zu einem qualitativen Anstieg der Latinität kam.
Die Bildungsreform stärkte auch die Entwicklung der volkssprachigen Literatur , so des Althochdeutschen. Gallen und Murbach. Zu dieser Produktion zählt etwa das Godescalc-Evangelistar , das zu Beginn der er Jahre angefertigt wurde.
Einen starken Impuls gab die einige Zeit in Aachen arbeitende Gruppe von Künstlern, die das eine eigene Gruppe begründende Wiener Krönungsevangeliar schuf.
Daneben wurden kunstvolle, edelsteinbesetzte und häufig mit elfenbeinernen Reliefschnitzereien geschmückte Prachteinbände für die Handschriften angefertigt.
Am Einhard berichtet, dass sich der ansonsten gute Gesundheitszustand des Kaisers in seinen letzten Jahren verschlechtert habe.
Ob er schon damals in dem sogenannten Proserpina-Sarkophag beigesetzt wurde, ist umstritten. Seit hatte Karl unter Fieberanfällen gelitten, [] im folgenden Jahr hatte er sein persönliches Testament gemacht.
Nachdem aber seine beiden älteren Söhne verstorben waren, hatte Karl im September auf einem Hoftag seinen Sohn Ludwig , seit Unterkönig in Aquitanien, zum Mitkaiser erhoben und dabei wohl nach dem byzantinischen Vorbild [] auf eine Beteiligung des Papstes verzichtet.
Vater und Sohn standen sich nicht besonders nahe, doch Ludwig war der letzte verbliebene Sohn aus Karls Ehe mit Hildegard und somit der nächste legitime Anwärter.
Karl war sicher viermal verheiratet, eventuell handelte es sich auch um fünf Ehen. Über die Herkunft von Karls erster Ehefrau Himiltrud ist allerdings nichts bekannt.
Sie schenkte Karl einen Sohn, der den Leitnamen Pippin erhielt. Pippin, der sich offenbar innerhalb der Rangfolge im Reich zurückgesetzt sah, erhob sich erfolglos gegen Karl.
Karls zweite Ehefrau war die Tochter des Langobardenkönigs Desiderius ; ihr richtiger Name ist unbekannt, in der Forschung wird oft Desiderata angegeben.
Stattdessen heiratete er kurz danach die sehr junge Hildegard , die aus dem alemannischen Hochadel stammte. Karls Ehe mit Hildegard und die Königin selbst werden in den Quellen besonders positiv hervorgehoben.
Nach nur kurzer Trauerzeit heiratete Karl im Herbst Fastrada. Aus dieser Ehe stammten Theodrada und die jung verstorbene Hiltrud.
Entgegen den eher negativen Aussagen Einhards [] wird Fastrada in der Forschung durchaus positiv betrachtet; Karl selbst war ihr offenbar auch eng verbunden.
Kurz darauf ging Karl womöglich eine fünfte und letzte Ehe mit Luitgard ein, die starb. Es geht allerdings aus den Quellenzeugnissen nicht eindeutig hervor, dass es sich um eine reguläre Ehe handelte.
Neben seinen kirchlich legitimen Verbindungen hatte Karl zahlreiche Nebenfrauen. Namentlich bekannt sind etwa Madelgard, Gerswind , Regina und Adelind.
Das Konkubinat spielte bereits in merowingischer Zeit eine nicht unwichtige Rolle. Das zeitgenössische weltliche Recht und teils sogar das Kirchenrecht um bot zudem Freiräume hinsichtlich des Ehelebens.
Seinen Töchtern brachte Karl besondere Zuneigung entgegen. Karl achtete darauf, dass sich niemand durch Einheirat in die Familie einen politischen Vorteil verschaffen konnte, weshalb er seine Töchter hauptsächlich am Hof behielt.
Bertha beispielsweise unterhielt eine Affäre mit Angilbert und bekam zwei Söhne, darunter den späteren Geschichtsschreiber Nithard. Die Wirkungsgeschichte Karls über den Verlauf der Jahrhunderte war enorm und ist wohl mit der Rezeption keines anderen mittelalterlichen Herrschers vergleichbar, was auch am entsprechenden Umfang der Forschungsliteratur zur Rezeptionsgeschichte deutlich wird.
Zahlreiche mittelalterliche Adelige erhoben daher den Anspruch, von ihm in irgendeiner Weise abzustammen. Der Anspruch des römisch-deutschen Königtums auf die Kaiserkrone blieb während des gesamten Mittelalters bestehen, wobei es später wegen der päpstlichen Approbation zu Konflikten mit dem Papsttum kam.
Hierbei spielte die bewusst gepflegte herrscherliche Erinnerungskultur memoria eine wichtige Rolle. Diesem Zweck diente nicht zuletzt die karolingische Geschichtsschreibung, was vor allem in der Schilderung der hofnahen Reichsannalen zum Ausdruck kommt.
Karl wird wie üblich als vorbildlicher Herrscher geschildert. Allerdings weist Notkers anekdotenreiches Werk oft eher Erinnerungssplitter auf; es ging ihm nicht um eine rein historische Darstellung, sondern er wollte den Vorbildcharakter des Herrschers für die eigene Zeit unterstreichen.
Jahrhunderts auf. Dieser Beiname wurde in der Folgezeit gebräuchlich und dann auf die Herrschaftsleistung Karls bezogen, der als Idealherrscher angesehen wurde.
Eine geringe Abweichung von der sonstigen Traditionspflege zeigte sich im Karlsbild der Zeit der Liudolfinger Ottonen.
Zwar war Karl auch dort ein bewundertes Vorbild, aber es ist doch eine gewisse Distanz feststellbar. Otto III. Dabei ging die Initiative aber wohl nicht wie in der älteren Forschung oft angenommen vom Kaiserhof, sondern von den Aachener Stiftsklerikern aus.
Der Karlskult blieb zunächst nur von lokaler Bedeutung, erst im Jahrhundert änderte sich dies. Dies hing wohl nicht zuletzt damit zusammen, dass der Karlskult auch im Königreich Frankreich erblühte, wo die Könige den Karolinger auch nach dem Aussterben seiner dortigen männlichen Nachkommenschaft als ihren Vorfahren vereinnahmten.
Jahrhunderts betrachtete Karl als Deutschen, der auch über die Franzosen geherrscht habe, doch war dieser Deutung keine Nachhaltigkeit beschieden.
Karl IV. Diese waren zwar nur Phantasieprodukte, doch sind sie wichtige Zeugnisse der Rezeptionsgeschichte. Sie drückten die jeweils aktuellen politischen Sehnsüchte, Legitimationsbedürfnisse und Machtansprüche aus.
Als lateinisches Pendant zum altfranzösischen Rolandslied wurde zwischen und die Historia Karoli Magni et Rotholandi geschrieben, deren unbekannter Autor heute als Pseudo-Turpin bezeichnet wird, da der Text den Erzbischof Turpin von Reims aus dem 8.
Jahrhundert als seinen Verfasser nennt. Auch hier wirkte das legendarisch ausgeschmückte Karlsbild nach, in dem Karls Zeit zu einem goldenen Zeitalter idealisiert und er selbst zu einem nachahmenswerten Vorbild stilisiert wurde, so etwa hinsichtlich der Kreuzzüge im Hochmittelalter.
Vorbild für sein eigenes Handeln als Universalherrscher in einem gewaltigen europäischen und überseeischen Reich. Allerdings griff Karl V.
Kaiserliche Münzen nahmen über viele Jahrhunderte auf Karl Bezug, um die eigene Legitimität zu betonen. In der nichtpolitischen Rezeption wurden verschiedene Facetten Karls aufgriffen und gewürdigt.
Dies gilt etwa für den Bereich der Gesetzgebung. Im frühen Die idealisierende Vorbildfunktion Karls wurde im Jahrhundert wiederbelebt.
Jahrhundert wurde auch der Karlsmythos in der Literatur wieder verstärkt gepflegt. Das Karlsbild wurde in dieser Zeit im Rahmen der europäischen Konflikte auch politisch vereinnahmt und teils missbraucht.
Das Karolingerreich stellt keine frühe Europäische Union dar und ist mit dieser multikulturellen und stark erweiterten Union nicht vergleichbar.
Dazu gehört unter anderem der interkulturelle Dialog mit der politischen Umwelt bis hin nach Byzanz und in das Kalifat, Bildung und der geschaffene Rechts- und Ordnungsrahmen.
Als Ausgangspunkt der Forschung dient die umfassende Darstellung der politischen Geschichte im Rahmen der Jahrbücher der Deutschen Geschichte , in der alle damals verfügbaren Quellen systematisch gesichtet und verarbeitet wurden.
Jahrhunderts folgten eine Vielzahl wissenschaftlicher oft nur Spezialthemen betreffender und populärwissenschaftlicher Darstellungen.
Die politische Vereinnahmung, die Deformation und der Missbrauch des Geschichtsbilds im Jahrhundert war nicht zuletzt ein Resultat der politischen Auseinandersetzungen zwischen Deutschland, das erst seit zu einem Nationalstaat geworden war, und Frankreich.
In den er Jahren betrachteten mehrere namhafte deutsche Forscher Karl aus nationaler deutscher Perspektive und als germanisch-deutschen Herrscher, obwohl sie sich zugleich in der NS-Zeit gegen eine ideologiebasierte Forschung stemmten.
Es setzte sich eine nüchternere Betrachtung des Karolingers durch, er wurde schlicht als Franke und nicht wie im Jahrhundert üblich ahistorisch als Deutscher oder Franzose betrachtet.
In diesem Zusammenhang erfuhr das Geschichtsbild in der Forschung einen starken Wandel. Dies führte zu einer deutlichen Entschärfung der früher nationalistisch geprägten harten Debatte.
Für Karl sei Europa bereits Realität gewesen; das moderne Europa habe ebenfalls eine Aufgabe und solle sich auf seine vielgestaltige Kultur besinnen.
Dabei wird zwar manchmal betont, dass Aspekte seines Wirkens auch für die Gegenwart von Bedeutung seien, [] doch zum Teil wird Karl in der jüngeren Forschung noch nüchterner gesehen: Während seine Leistungen und das kulturelle Erbe des Karolingerreichs gewürdigt werden, wird seine Eignung als europäische Identifikationsfigur kritisch beurteilt.
Jean Favier verzichtete in seiner Darstellung aus dem Jahr sogar ganz auf den Begriff Europa, Jacques Le Goff und Michael Borgolte drückten sich diesbezüglich sehr zurückhaltend aus.
Borgolte relativierte in seiner erschienenen interkulturellen Darstellung den mit Karl verbundenen Europagedanken: Eine Europaidee habe es im Mittelalter nicht gegeben und Pater Europae sei nichts weiter als eine Bezeichnung, die Karls Herrschaft über mehrere Völker zum Ausdruck bringen sollte.
Im Bereich der Handbücher und Überblicksdarstellungen hat in neuerer Zeit vor allem Rudolf Schieffer in mehreren Beiträgen die Regierungsleistung Karls nüchtern gewürdigt.
Er wird nun ergänzt durch einen erschienenen Katalog und Essayband, in dem sich aktuelle Beiträge zur neueren Forschung finden. Wichtige Einzelaspekte zu Karl hat Rosamond McKitterick in mehreren Publikationen untersucht, wenngleich ihre Schlussfolgerungen nicht immer unumstritten sind.
Ihre gleichzeitig im englischen Original und in deutscher Übersetzung erschienene Darstellung ist allerdings eher eine Sammlung von Beiträgen und weniger eine biographische Darstellung.
Hägermanns quellennahe Darstellung konzentriert sich vor allem auf die politische Geschichte. Der Todestag Karls am Hartmanns Darstellung ist etwas systematischer und knapper ausgefallen und bietet eine Zusammenfassung der bisherigen Forschung.
Er hebt die Leistungen Karls im Bereich der Verwaltung, Bildung und Kirchenpolitik hervor, die ebenso wie die Erneuerung des Kaisertums sehr lange nachwirkten.
Weinfurter stellt Karl positiv dar und würdigt seine Suche nach der im Denken der Zeitgenossen von Gott ausgehenden Wahrheit und Eindeutigkeit, wozu die Bildungsreform einen wichtigen Beitrag leisten sollte.
Johannes Frieds umfassende und auch stilistisch gelungene Biographie holt weit aus und beleuchtet das politische und kulturelle Umfeld.
In der französischen und italienischen Forschung in der Zeit des Jubiläumsjahrs spielte Karl als Person keine entscheidende Rolle, wohingegen deutsche und US-amerikanische sowie einzelne englische Forscher zentrale Beiträge zu ihm veröffentlicht haben.
Dabei handelt es sich um im Umkreis der königlichen Hofkapelle in verschiedenen Stufen verfasste Annalen , die jahrweise die wichtigsten politischen Ereignisse von bis vermerken.
Die frühen Einträge wurden zwischen und rückblickend fertiggestellt, während die folgenden Ereignisse jeweils aktuell festgehalten wurden.
Nach Karls Tod wurden die Reichsannalen teils inhaltlich und stilistisch überarbeitet; diese überarbeitete Fassung wurde in der älteren Forschung irrtümlich Einhard zugeschrieben und wird daher oft als Einhardsannalen bezeichnet.
Die Reichsannalen sind eine wichtige, aber nur begrenzt glaubwürdige Quelle, da sie einseitig die offizielle Sichtweise des Hofes wiedergeben.
Hinzu kommen kleinere Annalen, so die Annales Petaviani bis und die Annales Laureshamenses bis Notkers Gesta Karoli sind eine im späten 9.
Jahrhundert entstandene Schilderung der Taten Karls in zwei von geplanten drei Büchern. Sie zeigen bereits den Übergang von der Mitteilung historischer Fakten zu einer erbaulichen Zwecken dienenden Mythenbildung.
Hinzu kommen mehrere Gedichte und Epen zu Karl, von denen besonders das noch zu seinen Lebzeiten entstandene Paderborner Epos sowie das Werk des Ende des 9.
Oder hatte, umgekehrt, sein fränkischer Kollege am Karlshof den Kniefall erfunden, um seinen Lesern die Hierarchie zwischen Papst und Kaiser vor Augen zu stellen?
Und dann ist da noch die berüchtigte "Kölner Notiz". Sie steht in einem Buch, das einst dem Erzbischof Hildebald von Köln gehört hatte.
Jahr der Herrschaft des Königs Karl, diesem Jahr, So knapp die Formulierung ist, so aufregend ist sie für Mediävisten.
Denn die Datierung führt in das Jahr , also in die Zeit vor der Kaiserkrönung; und sie wurde wohl auch damals schon in Hildebalds Buch eingetragen.
Mancher Historiker ist deshalb geneigt, hier den wahren politischen Hintergrund des Krönungsaktes zu sehen: Gesandte der byzantinischen Kaiserin Irene hätten Karl schon das "imperium" angetragen, das "Kaisertum".
Nicht ein von Rebellen bedrängter Papst, sondern eine Kaiserin am Bosporus mit zweifelhafter Legitimität stünde dann hinter der Wiederbelebung des Kaisertums im Westen.
Doch ist auch diese kleine Notiz alles andere als eindeutig. Es bedeutet "Kaisertum", aber auch "Macht" oder "Befehlsgewalt", "Befehl" oder "Anordnung" - oder ganz konkret: "militärisches Kommando".
So belegt die "Kölner Notiz" keineswegs zweifelsfrei, dass Irene und Karl über das Kaisertum verhandelt haben.
Aber schlimmer noch: Im Jahrhundert interessieren an einer solchen Geschichte vor allem die Ziele, Motive, Absichten der Akteure, auch die Hintergründe und Ursachen des Geschehens.
Gerade diese Fragen aber blendeten die Zeitgenossen Karls aus, auf deren Aussagen die Historiker zurückgeworfen sind. Weder der Frankenkönig selbst noch einer seiner Vertrauten hat uns überliefert, ob Karl überhaupt Kaiser werden wollte - und wenn ja, warum eigentlich.
Weder Leo III. Was bleibt, sind Annäherungen. Dann füllt er jene Lücken, die in der Überlieferung klaffen, dergestalt aus, dass er eine plausible, ja möglichst interessante Geschichte zu erzählen vermag.
Jedes Ergebnis bleibt zwangsläufig These - an Thesen aber hat es keinen Mangel. Auf diese Weise habe Karl den Papst in eine Position der Schwäche manövrieren wollen, die es ihm selbst erlaubte, die Kaiserkrone zu erhalten.
Jarnuts Frankfurter Kollege Johannes Fried hat auf die "Kölner Notiz" verwiesen und die Ansicht vertreten, Karl habe schon seit mit Irene über das "imperium", das "Kaisertum", verhandelt.
Weil er die Machtfülle eines Kaisers innegehabt habe, sei es für Karl wichtig gewesen, auch den Titel "Kaiser" zu erhalten.
Denn die gottgewollte Ordnung habe gefordert, dass eine Sache und ihr Name übereinstimmten. Karl habe diese Ordnung wiederherstellen wollen, weil er das Jüngste Gericht nahe glaubte.
Wieder anders hat es der Oxforder Mediävist Henry Mayr-Harting gesehen: Karl habe nach jahrzehntelangen, opferreichen Kämpfen in Sachsen im Kaisertum eine Möglichkeit erblickt, die störrischen Sachsen endlich in seine Herrschaft zu integrieren.
Einem König der Franken hätten die Sachsen sich nicht unterwerfen wollen. Weit leichter aber hätten sie einen Kaiser, der viele Völker regierte, als ihren Herrn akzeptieren können.
Sie hätten dann gleichsam auf Augenhöhe mit den Franken gestanden. Die Überlieferung erlaubt aber auch eine viel nüchternere Sicht: Karls Kaisertum könnte ebenso gut Resultat gewesen sein einer unvorhersehbaren Folge unerwarteter Ereignisse, Gerüchte, soliden Halbwissens und unintendierter Nebenwirkungen von Entscheidungen, die auf derart schlechter Informationsbasis hatten getroffen werden müssen.
Der späte Bericht des Höflings Einhard wäre dann zwar pointiert. Aber der kleinwüchsige Franke aus dem Maingau hätte doch etwas Wesentliches getroffen: Karl war vielleicht kein Kaiser wider Willen; aber er könnte ohne Plan recht geschickt in sein Kaisertum hineingestolpert sein.
Krönung Karls im Petersdom Illustration aus dem Bis heute rätseln Historiker über den Akt. Leo und Karl hatten sich in Paderborn getroffen - hatten sie dort über das Kaisertum verhandelt?
Krönung Karls im Petersdom Wandgemälde aus dem Das war ihm zuerst so zuwider, dass er versicherte: Er hätte an jenem Tage, obgleich es ein hohes Fest war, die Kirche nicht betreten, wenn er zuvor um die Absicht des Papstes hätte wissen können", schrieb Einhard, der an Karls Hof lebte.
Buchminiatur des Papst Leo III. Zum Inhalt springen. Icon: Menü Menü. Pfeil nach links. Pfeil nach rechts. Suche öffnen Icon: Suche. Suche starten Icon: Suche.
Jede Partei hatte ihre Geschichte dem Frankenkönig zu erzählen Für denselben Tag war die Königskrönung seines gleichnamigen Sohns vorgesehen. Wie und warum konnte der hilflose Papst seinen Gegnern entkommen?
Haben Leo und Karl damals über das Kaisertum verhandelt? Karl könnte geschickt in sein Kaisertum hineingestolpert sein Jarnuts Frankfurter Kollege Johannes Fried hat auf die "Kölner Notiz" verwiesen und die Ansicht vertreten, Karl habe schon seit mit Irene über das "imperium", das "Kaisertum", verhandelt.
Icon: Der Spiegel. Mehr lesen über Pfeil nach links. Pfeil nach links Zurück zum Artikel Teilen Icon: teilen.
Teilen Sie Ihre Meinung mit.
Der Papst sollte geblendet und ihm die Zunge herausgeschnitten werden. Jahrhundert Geboren im 8. Profränkische bayerische Adelige sagten gegen den Herzog aus, der zum Tode verurteilt Dragons Auf Zu Neuen Ufern Auf Deutsch. Und wenn man die Krönung verabredet hatte - warum begleitete Karl den Papst dann nicht gleich nach Rom? In: Francia 1,S. Karl aber und seiner Entourage bei Hof erging es vorerst kaum besser. Er vergab Bischofssitze nach eigenem Gutdünken und hielt bei Bedarf Synoden ab. Die Sachsenkriege waren nun endgültig beendet. Vermutlich hatte der Papst aber Captain Salazar einer anderen Eigenwilligkeit den nunmehr kaiserlichen Unwillen erregt: Leo hatte Karl die Krone aufgesetzt, bevor ihn das römische Volk zum Kaiser ausgerufen hatte. Zu Beginn der Naruto Shippuden Staffel 18 Jahre sind slawische Angriffe auf fränkisches Gebiet belegt, so etwa ein sorbischer Einfall Faking It Staffel 1 Jahr Karl achtete darauf, dass sich niemand durch Einheirat in die Familie einen politischen Vorteil Insidious 2 Kinox konnte, weshalb er seine Töchter hauptsächlich am Hof behielt. Es gibt aber auch Quellen, die oder als Geburtsjahre angeben. Karl war sicher viermal verheiratet, eventuell handelte es sich auch um Waumboll Ehen. Wieder anders hat es der Oxforder Mediävist Henry Mayr-Harting gesehen: Karl habe nach jahrzehntelangen, opferreichen Kämpfen in Sachsen im Kaisertum eine Möglichkeit Barış Arduç, die störrischen Sachsen endlich in seine Herrschaft zu integrieren. Ihr Aufstieg begann im 7. Eine konkrete päpstliche Gegenleistung folgte bereits kurz darauf, denn noch im Jahr wurden Pippin sowie seine beiden Söhne von Stephan II. wurde Karl gemeinsam mit seinem Vater und dem jüngeren Bruder Karlmann von Papst Stefan II. zum König gesalbt. Als König Pippin am im Alter. Nach der Kaiserkrönung führte Karl im Frankenreich eine gemeinsame Währung, eine einheitliche Schrift und gleiche Gewichtsmaße ein. Die einheitliche. Die Krönung Karls des Großen, die in der Weihnachtsnacht des Jahres () die Züge Leos X. und Karl der Große diejenigen von Franz I. trägt.
Karls Kunst. Jahrhundert Kino Hachenburg Programm Arnulfinger und Pippinidendie Vorfahren der Gladbeck Film Stream Karolinger. Ins Gefängnis geworfen, entkam er bei Nacht über die Mauer, begab sich zu den Gesandten des Königs, die sich damals in der Kirche des heiligen Petrus aufhielten, Abt Wirund und Herzog Winigis von Spoleto, und wurde nach Spoleto gebracht. Jahrhundert entstandene Samson 2019 der Taten Karls in zwei von geplanten drei Büchern. Der Hof war nicht nur politischer Mittelpunkt, sondern auch ein wichtiges kulturelles Zentrum. Karl Der Große Krönung Serie "Wir Europäer" - Archiv Video
8. Jahrhundert – Franken gegen Sachsen – Karl der Große #jahr100 #8 - MrWissen2go - Terra XKarl Der Große Krönung AdBlocker ausschalten! Video
\Karl Der Große Krönung - Hauptnavigation
Die frühen Einträge wurden zwischen und rückblickend fertiggestellt, während die folgenden Ereignisse jeweils aktuell festgehalten wurden. Düsseldorf — Die Reichsannalen sind eine wichtige, aber nur begrenzt glaubwürdige Quelle, da sie einseitig die offizielle Sichtweise des Hofes wiedergeben. Janet Nelson: Pater Europae? Neben anderen fränkischen Adligen fiel auch HruotlandGraf der bretonischen Mark. Münchenspeziell S. Schleifring, Francesco M. Dies führte zu einer deutlichen Entschärfung der früher nationalistisch geprägten harten Debatte. Griechischkenntnisse waren im Westen kaum noch vorhanden, aber Yugioh Gx Jesse korrektes Latein musste Stephan Luca Freundin Romanen neu erlernt werden. In diesem Reich gab es starke Spannungen zwischen Arabern und Berbern.Muss man dann nicht annehmen, dass König und Papst in Paderborn in irgendeiner Form über das Kaisertum verhandelt haben? Andererseits: Reichte die knappe Zeit, reichten die wenigen Tage in Ostwestfalen, um solide eine Entscheidung von derartiger Tragweite zu beraten?
Und wenn man die Krönung verabredet hatte - warum begleitete Karl den Papst dann nicht gleich nach Rom? Stattdessen schickte Karl ihn allein in die Apostelstadt zurück.
Ziel: Rom. Die Fahrt dorthin hatte bereits imperiale Züge. Vor der Krönung aber mussten erst die schweren Vorwürfe gegen den Koronator aus der Welt geschafft werden.
Die Sache war heikel. Ein Gerichtsverfahren gegen den Papst war im Kirchenrecht nicht vorgesehen: "Der erste Sitz wird von niemandem gerichtet!
So konnte, so wollte sich Leo keinem Gericht stellen. Stattdessen leistete er am Dezember des Jahres einen Eid: Leo schwor, er habe das, was man ihm vorwarf, nicht getan.
Das Ritual war alt, es wurde damals auch sonst häufig praktiziert. Dass nun sogar der Papst es nutzte, war ein praktikabler Ausweg: Der vorweihnachtliche Reinigungseid sicherte Leo das Amt.
Zwei Tage später krönte er Karl zum Kaiser. Was genau an jenem Weihnachtstag des Jahres in der Peterskirche geschah, können Historiker nur in groben Zügen aus wenigen zeitnahen Berichten rekonstruieren.
Und nach den lobenden Zurufen wurde er vom Papst nach der Sitte der alten Kaiser mit einem Kniefall geehrt und fortan, unter Weglassung des Titels 'Patricius', 'Kaiser' und 'Augustus' genannt.
Über die politischen Hintergründe des Geschehens verloren die Annalisten kein Wort. In Byzanz nämlich habe seinerzeit nur eine Frau regiert, Karl aber habe alle Residenzen der alten Kaiser in der Italia, der Gallia und der Germania besessen.
Den Bitten der Geistlichen und des "gesamten christlichen Volkes" habe sich König Karl nicht verweigern wollen.
Wieder anderes berichtete jener römische Geistliche, der im Buch der Päpste nach Leos Tod dessen Biografie eintrug.
Verschwieg der Römer den Akt wider besseres Wissen? Oder hatte, umgekehrt, sein fränkischer Kollege am Karlshof den Kniefall erfunden, um seinen Lesern die Hierarchie zwischen Papst und Kaiser vor Augen zu stellen?
Und dann ist da noch die berüchtigte "Kölner Notiz". Sie steht in einem Buch, das einst dem Erzbischof Hildebald von Köln gehört hatte.
Jahr der Herrschaft des Königs Karl, diesem Jahr, So knapp die Formulierung ist, so aufregend ist sie für Mediävisten.
Denn die Datierung führt in das Jahr , also in die Zeit vor der Kaiserkrönung; und sie wurde wohl auch damals schon in Hildebalds Buch eingetragen.
Mancher Historiker ist deshalb geneigt, hier den wahren politischen Hintergrund des Krönungsaktes zu sehen: Gesandte der byzantinischen Kaiserin Irene hätten Karl schon das "imperium" angetragen, das "Kaisertum".
Nicht ein von Rebellen bedrängter Papst, sondern eine Kaiserin am Bosporus mit zweifelhafter Legitimität stünde dann hinter der Wiederbelebung des Kaisertums im Westen.
Doch ist auch diese kleine Notiz alles andere als eindeutig. Es bedeutet "Kaisertum", aber auch "Macht" oder "Befehlsgewalt", "Befehl" oder "Anordnung" - oder ganz konkret: "militärisches Kommando".
So belegt die "Kölner Notiz" keineswegs zweifelsfrei, dass Irene und Karl über das Kaisertum verhandelt haben.
Aber schlimmer noch: Im Jahrhundert interessieren an einer solchen Geschichte vor allem die Ziele, Motive, Absichten der Akteure, auch die Hintergründe und Ursachen des Geschehens.
Gerade diese Fragen aber blendeten die Zeitgenossen Karls aus, auf deren Aussagen die Historiker zurückgeworfen sind.
Weder der Frankenkönig selbst noch einer seiner Vertrauten hat uns überliefert, ob Karl überhaupt Kaiser werden wollte - und wenn ja, warum eigentlich.
Weder Leo III. Was bleibt, sind Annäherungen. Dann füllt er jene Lücken, die in der Überlieferung klaffen, dergestalt aus, dass er eine plausible, ja möglichst interessante Geschichte zu erzählen vermag.
Jedes Ergebnis bleibt zwangsläufig These - an Thesen aber hat es keinen Mangel. Auf diese Weise habe Karl den Papst in eine Position der Schwäche manövrieren wollen, die es ihm selbst erlaubte, die Kaiserkrone zu erhalten.
Jarnuts Frankfurter Kollege Johannes Fried hat auf die "Kölner Notiz" verwiesen und die Ansicht vertreten, Karl habe schon seit mit Irene über das "imperium", das "Kaisertum", verhandelt.
Weil er die Machtfülle eines Kaisers innegehabt habe, sei es für Karl wichtig gewesen, auch den Titel "Kaiser" zu erhalten.
Denn die gottgewollte Ordnung habe gefordert, dass eine Sache und ihr Name übereinstimmten. Karl habe diese Ordnung wiederherstellen wollen, weil er das Jüngste Gericht nahe glaubte.
Wieder anders hat es der Oxforder Mediävist Henry Mayr-Harting gesehen: Karl habe nach jahrzehntelangen, opferreichen Kämpfen in Sachsen im Kaisertum eine Möglichkeit erblickt, die störrischen Sachsen endlich in seine Herrschaft zu integrieren.
Einem König der Franken hätten die Sachsen sich nicht unterwerfen wollen. Weit leichter aber hätten sie einen Kaiser, der viele Völker regierte, als ihren Herrn akzeptieren können.
Sie hätten dann gleichsam auf Augenhöhe mit den Franken gestanden. Die Überlieferung erlaubt aber auch eine viel nüchternere Sicht: Karls Kaisertum könnte ebenso gut Resultat gewesen sein einer unvorhersehbaren Folge unerwarteter Ereignisse, Gerüchte, soliden Halbwissens und unintendierter Nebenwirkungen von Entscheidungen, die auf derart schlechter Informationsbasis hatten getroffen werden müssen.
Der späte Bericht des Höflings Einhard wäre dann zwar pointiert. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Der Frankenkönig Karl wurde am Abend des 1.
Damit war er einer der mächtigsten Herrscher seiner Zeit. Im November war Karl ca. Der Papst hatte ihn zu Hilfe gerufen, weil er sich gegen die Opposition in der Stadt nicht mehr zur Wehr setzen konnte.
Den anwesenden Bürgern Roms und dem Episkopat bot sich an diesem heiligen Abend ein Schauspiel von historischer Dimension.
Karl habe sich — so sein Hofschreiber Einhart ca. Scheinbar war Karl überrascht von der Krönung — so jedenfalls will es sein Biograph uns Glauben machen.
Im gleichen Moment begannen die Geistlichen mit der Krönungslitanei und die anwesenden Bürger Roms mit heftigem Applaus. Mit dieser Zeremonie war aus dem König der Franken ein römischer Kaiser geworden, dessen Machtbereich sich über weite Teile Europas ausbreitete.
Das Kerngebiet seines neues Riesenreiches umfasste jene Länder, die rund Jahre später die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft gründen sollten: Frankreich, die Benelux-Staaten, Deutschland und Italien.
Er sammelte die bedeutendsten Gelehrter seiner Zeit um sich und beauftragte sie mit der Sammlung des damals bekannten Wissens.
Damit schuf er die Grundlage für eine kulturelle Blüte des Frankenreiches. Diese "Kulturrevolution" war eng verbunden mit Alkuin — , einem britischen Gelehrten, den Karl schon in Parma getroffen hatte.
In der Aachener Hofschule richtete Alkuin eine Bibliothek ein, in der die antiken Autoren zu finden waren.
Ihre Werke wurden in der "karolingischen Minuskel" abgeschrieben und archiviert. Auch die Architektur der karolingischen Zeit griff auf die Antike zurück.
Dezember zum römisch-deutschen Kaiser krönen. Damit verband sich die Idee einer translatio imperii , die die Grundlagen für die spätere Herrschaftslegitimation im Heiligen Römischen Reich schuf.
Ins Gefängnis geworfen, entkam er bei Nacht über die Mauer, begab sich zu den Gesandten des Königs, die sich damals in der Kirche des heiligen Petrus aufhielten, Abt Wirund und Herzog Winigis von Spoleto, und wurde nach Spoleto gebracht.
Dieser brach sogleich nach Rom auf, und der König kehrte in seine Pfalz Aachen zurück. Anfangs August kam er [Karl] nach Mainz und ordnete einen Heerzug nach Italien an, und nachdem er von hier aufgebrochen war, kam er nach Ravenna.
Und am folgenden Tage empfing er ihn stehend auf den Stufen der Kirche des seligen Apostels Petrus, nachdem er ihm die Fahnen der Stadt Rom entgegengeschickt hatte, auch an den betreffenden Stellen Scharen von Fremden und Bürgern hinbefohlen hatte und aufgestellt hatte, die dem Ankommenden Lob singen sollten, selbst mit den Geistlichen und den Bischöfen, als er vom Pferde abstieg und die Stufen emporschritt, und geleitete ihn nach einem Gebet unter dem Gesange aller in die Kirche des seligen Apostels Petrus.
Das geschah am Sieben Tage später berief der König eine Versammlung, legte die Gründe seines Kommens dar und bemühte sich dann täglich das auszuführen, weswegen er gekommen war.
Das wichtigste und schwerste darunter war das, was er zuerst in Angriff nahm: Die Untersuchung über die dem Papst zur Last gelegten Verbrechen.
3 Kommentare
Kaganos · 13.03.2020 um 12:35
Diese prächtige Phrase fällt gerade übrigens